Filme
Guten Morgen!
Normalerweise halte ich nichts von Muttertag, Vatertag und Co., und daher ist der Valentinstag an sich auch kein besonderer Tag für mich. Bei uns gibt es heute also keine Blumen, Pralinen oder ähnliches, aber Doris von Zeit für Gefühle meinte, mein Blog bräuchte heute etwas “warmes”
Also dann – ich hoffe, diese Mini-Video vom Oups, dem kleinen Botschafter für die Liebe, bringt etwas Wärme in diesen Blog…
Alles Liebe für euch alle und einen schönen Sonntag wünscht euch
Irene

Think back to a happy time, Irene. A really, really happy time in your life. Go back as far as it takes, to a time when you felt so light you thought you might float.
Do you remember it? The carefree feeling? The acceptance of the moment, of yourself, of life? Feeling unfettered by thoughts of the future and oblivious to the past?
Feel it a little longer…
There. Very nice.
Yours,
The Universe
Und was passierte dann heute? Ich suchte eine Programm-CD und fand dabei einen Film, den mein Mann und ich zu unserer Silberhochzeit geschenkt bekamen. Als wir heirateten, gab es noch keine Digitalkameras, aber schon Super8-Filme. Mein Vater war von dieser Technik begeistert und filmte bei jeder Gelegenheit. Diesen Beitrag weiterlesen »
Am Samstag Abend habe ich mich ganz spontan entschlossen, mit einer guten Bekannten ins Kino zu gehen. Wir waren in dem Film: Der Vorleser und das gute war, dass ich sehr wenig von dem Film wusste und auch das Buch von Bernhard Schlink nicht gelesen hatte.
Die Geschichte spielt in den 50er Jahren und beginnt mit der Affaire eines 15-jährigen mit einer 20 Jahre älteren Frau. Michael verliebt sich unsterblich und ist dieser Frau willenlos ergeben. Sie treffen sich meistens am Nachmittag, und die dominante Hanna bestimmt, wie diese Nachmittage verlaufen. Michael ist hingerissen von dieser Frau und fiebert jeden Nachmittag auf die Treffen mit ihr hin. Hanna jedoch gibt die Regeln vor – eine davon ist, dass Michael ihr vorlesen muss.
Die Geschichte dauert einen Sommer – dann ist Hanna plötzlich verschwunden und bricht Michael das Herz.
Er trifft sie erst wieder, als er als Student die Nürnberger Prozesse besucht und Hanna auf der Anklagebank sitzen sieht. Michael ist hin und her gerissen, denn er hat diese Frau abgöttisch geliebt, kann aber gleichzeitig nicht die Augen davor verschließen, welch abscheulichen Taten sie zu verantworten hat. Dieser Gewissenskonflikt kommt im Film sehr gut raus – auch die Frage nach Schuld, Scham und Hilflosigkeit.
Für mich war das ein sehr bewegender Film und ich konnte nicht umhin, auch die menschliche Seite an Hanna Schmitz zu sehen und die Nöte, mit denen sie zu kämpfen hatte. Ich konnte sie einfach nicht gnadenlos verurteilen als eine KZ-Aufseherin, die für den Tod von so vielen Menschen verantwortlich war. Ich sah immer auch den Menschen dahinter, der auch zu Liebe und Gefühlen fähig war. Michaels Gewissenskonflikt war gleichzeitig auch meiner.
Die Schauspieler haben gute Arbeit geleistet – sehr eindrucksvoll, wie sie die Rollen der einzelnen Personen verkörpert haben. Ich glaube, ich werde auch das Buch noch lesen…


