Am Samstag müssen Marion und ich früh los. Ab 8:00 Uhr ist bereits Einlass und von Langenfeld nach Köln müssen wir mit dem Bus, S-Bahn und Straßenbahn fahren.
Aber es klappt alles wunderbar, wir sehen noch wie die Sonne aufgeht, und treffen darin in der Flora in Köln ein. Ein sehr schönes Ambiente mit schön angelegte Garten und in einem Gebäude was zumindest von außen sehr angenehm aussieht.
Wir treffen noch Gaby und ihren Sohn Fabian, und ich finde es spannend, dass sich ein junger Mann von Anfang 20 auch für dieses Seminar interessiert. Das Publikum ist bunt gemischt. Überwiegen tut der Teil der 40 – 50 jährigen, aber es gibt auch ältere Teilnehmer und sehr viele, die in den Zwanzigern sind. Total spannend zu sehen, wer da so alles anreist und von wo überall her. Ich sehe schon – das wird toll.
Marion ist etwas skeptisch; sie erwartet eine reine Werbeveranstaltung und sieht Eugen Simon sehr kritisch. Ich will mich davon aber nicht beeinflussen lassen, denn ich erwarte von diesem Seminar sehr viel.
Wir bekommen alle ein Arbeitsheft, mit dem wir in den nächsten zwei Tagen unsere Ziele, Wünsche, Hindernisse erarbeiten und sichtbar machen werden. Natürlich wird auch kräftig Werbung gemacht mit Büchern, CD’s und einem Seminarprogramm, denn das, was wir besuchen, ist ja nur das „Sprungrett-Seminar“ – der Einstieg sozusagen in die Gedankendoping-Welt. Aber ich genieße es nach wie vor, denn erstens habe ich so etwas noch nie gemacht und zweitens bin ich hier ganz ohne Vorbehalte hergekommen. Auch Marion verliert langsam ihre Zweifel – für sie, deren berufliche Fachrichtung ja eine ganz andere ist, sind die Themen nicht neu, aber sie sieht das Ganze als Lernprozess und nimmt für sich einiges mit, was sie auch bei ihrer Arbeit brauchen kann.
Ganz zu Beginn entscheidet sich jeder für das Themengebiet, das er an diesem Wochenende für sich bearbeiten möchte aus den Bereichen Gesundheit, Beziehungen oder Finanzen, und für mich ist schnell klar, dass mein Thema FINANZEN sein wird. Das ist einfach etwas, was ich für mich klären will und ich weiß auch, dass das in zwei Tagen nicht restlos zu schaffen sein wird. Aber ich erwarte einfach neue Lösungsansätze für mich und freue mich auf das Arbeiten mit den Vorlagen.
Das Konzept ist gut, das Arbeiten macht richtig Spaß, und für jede Aufgabe gibt es festgelegt Zeiten. Anschließend wird immer mit wechselnden Partnern das erkannte besprochen, zwischendrin gibt’s kleine Lockerungsübungen und Reihenmassagen und so bleibt auch der Spaß nicht auf der Strecke. Das Erleben ist intensiv – besonders die geführten Meditationen bringen mir sehr viel. Ich hätte nie gedacht, dass ich im Stehen so entspannen könnte und für mich klar Bilder sehen kann, aber Eugen Simons Techniken und die entsprechende Musik führen mich an die Wurzeln dessen, was ich mein ganzes Leben mit mir herumtrage und was bisher erfolgsverhindernd war.
Der Tag ist lang – erst um 22 Uhr holt uns Marions Mann ab. Ich bin kaputt, aber begeistert, denn ich habe den Eindruck, dass ich hier tatsächlich einigen Dingen auf die Spur komme, die ich sonst sehr erfolgreich in mir vergraben hatte.
Ich kann nicht gleich einschlafen, denn es sind einfach viele Eindrücke gewesen an diesem Tag. Aber durch das Dachflächenfenster kann ich den sternenklaren Himmel sehen und den Mond, und noch ganz in Gedanken schlafe ich irgendwann ein.


