Archiv für März 2008

blume

So, nachdem ich am Wochenende dann doch etwas schlechter geschlafen und mich auch einige wirre Träume verfolgt haben, bin ich heute Morgen ins Immobilienbüro gefahren und habe die Sache beendet. Ich bin direkt zum Chef gegangen und habe meine Bedenken erklärt. Er hat es sofort akzeptiert und denke auch meine Lage verstanden. Danach habe ich mich von den anderen Kollegen verabschiedet und bin zu meiner Freundin gefahren. Es war schön, nach diesem Schritt nicht alleine zu sein, denn obwohl ich voll hinter meiner Enscheidung stehe, ist es ein merkwürdiges Gefühl und hat mich nicht kalt gelassen.

Die Entscheidung war richtig – wenn ich mein berufliches Glück finden will, muss ich bei meiner Kreativität ansetzten. Ich habe sowohl die Architektur als auch meine Möglichkeiten als Webdesigner einfach vernachlässigt. Ich war in diesem Bürojob eingebunden und hatte nach der Arbeit nicht mehr viel Elan, noch Energien in meine Freiberuflichkeit zu stecken. Daher konnte das nicht funktionieren. Alle meine grafischen Spielereien waren zur Entspannung, konnten mich aber beruflich nicht weiter bringen.

Ich habe jetzt jedoch die Möglichkeit, genau diese Bereiche wieder zu aktivieren. Statt meine Zeit im Immobilienbüro abzusitzen, kann ich nun ganz gezielt an meine neue Geschäftidee rangehen. Aber ich werde es auch nicht überstürzen und irgendwelche Schnellschüsse wagen – nein, ich werde ganz behutsam an die Sache rangehen, mir Pläne und Strategien überlegen und einen Schritt nach dem anderen tun. Ich werde handeln – besonnen und überlegt, und das Wort versuchen aus meinem Wortschatz streichen. Es reicht nicht, etwas nur zu versuchen, damit schränkt man sich von vornherein ein, nein, ich werde etwas tun, und sobald ich merke, dass es nicht das erwünschte Ergebnis erzielt, meine Vorgehensweise ändern. Im Labyrinth ist man immer unterwegs, man ist beweglich und hält die Augen offen, denn man weiß nie, wann der Käse wieder weg ist.

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Ich habe heute zwei super liebe Kommentare erhalten von zwei Frauen, die ich bis jetzt nur über ein Forum kennengelernt habe. Beide haben zeitgleich mit mir erkannt, dass ich mich im falschen Mäuselager aufhalte und mir ihre Unterstützung durch ein persönliches Gespräch angeboten. Das kann doch kein Zufall sein. Die Kommentare kamen tatsächlich an, als ich selbst meinen eigenen Beitrag im Blog schrieb.

Wie meine Freundin Ellen immer sagt – es gibt keine Zufälle. Daran glaube ich mittlerweile auch.

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Ich werde wohl nicht bis zum Ende des Monats warten müssen. Meine Entscheidung ist eigentlich klar – das war ein Versuch, der nicht funktioniert hat. Ich weiß sehr genau, dass dies nicht der Job ist, den ich die nächsten Jahre ausüben möchte.

Das hat mehrere Gründe. Ich habe es im Prinzip gestern schon gewußt, aber heute ist es mir richtig klar geworden. Ich habe nicht einen schlecht bezahlten Job mit einem nervigen Chef aufgegeben, um mich jetzt von einer karrieregepolten Büroleiterin anmachen zu lassen . Auch nicht, um in einem trostlosen muffigen Büro zu sitzen, eine Arbeit zu verrichten, die mir so gar keine Erfolgserlebnisse verschafft und mich, obwohl freiberuflich tätig, permanent kontrollieren und maßregeln zu lassen. NEIN – dann arbeite ich lieber hier zuhause an einer neuen Geschäftsidee.

Wie vor 15 Jahren, als ich mich für die Freiberuflichkeit entschieden hatte, mit all den Risiken, die sie barg, tue ich das auch jetzt wieder. Ich trage das Risiko, aber ich lebe auch meine Freiheit und arbeite für meinen alleinigen Gewinn.

Ich bin jetzt froh, dass ich das recht schnell erkannt habe – ich will nicht mehr Dinge aushalten müssen – ich will sie lieber schnell ändern und nach neuen Möglichkeiten suchen. Es geht mir gut mit dieser Entscheidung – die nächste Woche wird meine letzte sein als Immobilienmaklerin. Der Mäusestrategie folgend, bin ich wieder im Labyrinth unterwegs …

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Meine Lieben, ich freue mich, dass ihr mich mit euren Kommentaren begleitet. Ich bin unendlich dankbar dafür, denn so weiß ich, dass ich nicht allein bin und immer auch Rückmeldungen bekomme, die mir bei der Entscheidungsfindung helfen. 

Ich habe außerdem noch zwei ganz liebe Freundinnen, mit denen ich immer reden kann und zum Glück einen Mann an meiner Seite, der meine berufliche Findungsphase mitträgt. Ohne diese Unterstützung wäre ich ziemlich überfordert mit der ganzen Situation – so aber kann ich auch diese schwierige Phase meistern.

 

Ich habe mir jetzt eine Art Probezeit verordnet – bis zum Ende des Monats werde ich schauen, ob sich dieser Beruf wirklich zu meiner Leidenschaft entwickeln kann. Parallel dazu schaue ich aber auch nach anderen Möglichkeiten. Ganz ausgeträumt habe ich den Traum vom Webmaster auch noch nicht – auch da müsste ich mich und mein Produkt zwar verkaufen, aber ich könnte gleichzeitig auch kreativ arbeiten. Die Kreativität fehlt mir beim Immobilienjob total. Die meiste Zeit verbringt man dort am Telefon, ruft Interessenten an und macht Termine für Objektaufnahmen oder Besichtigungen. Für mich ist das total ermüdend und ich habe am Ende des Tages das Gefühl, eigentlich nichts richtiges geschafft zu haben, bin aber trotzdem total erledigt. Ist eine neue Erfahrung für mich und ich frage mich, ob es wirklich das ist, was ich wollte.

Die andere Problematik ist, dass es auch ein Rechenexempel ist, ob dieser Job auf Dauer den gewünschten Gewinn abwirft. Nach der vorgegebenen Provisionsregelung müsste ich schon 2 Häuser oder Wohnungen im Monat verkaufen, um ein ansprechendes Einkommen zu erzielen. Hochgerechnet aufs Jahr sind das 24 Häuser – das scheint mir nicht sehr realistisch. Ein Haus kauft man schließlich nicht wie einen Kasten Bier – das sind Lebensentscheidungen und die machen sich die Leute nun mal nicht leicht – würde ich ja auch nicht tun.

 

Ein weiterer Punkt ist die Situation im Büro. So nach und nach erfährt man auch ein paar Hintergründe. Demnach gab es dort eine hohe Fluktuationsrate – ständig haben die Mitarbeiter gewechselt und mussten durch neue ersetzt werden. Waren das immer die falschen Leute? Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, die haben halt auch nur gerechnet und sich dann entschieden zu gehen.

 

Die Büroräume sind leider sehr chaotisch und lieblos. Überall stapelt sich Akten oder Zeitungen, die Wände brauchen dringen einen Anstrich und im Bad fallen die Fliesen von der Wand. Keiner hat ein Bestreben, es sich dort angenehm einzurichten – für  mich ist es jedoch lebenswichtig, einen angenehmen, ordentlichen Arbeitsplatz zu haben und kein Provisorium – ich habe da ein richtiges Problem mit.

 

Ein richtiges Miteinander gibt es nicht. Jeder arbeitet für sich. Man hat zwar eine Kundenkartei und arbeitet über ein Netzwerk zusammen – aber das allein macht ja keine Zusammenarbeit aus. Man ist Konkurrenz – jeder ist auf den eigenen Abschluss fixiert, man teilt sich nur die Räumlichkeiten. Brauche ich das? Fahre ich dafür jeden Morgen x Kilometer, um in so einer Atmosphäre zu arbeiten? Was habe ich davon? Was habe ich von so einer Zusammenarbeit?

 

Das sind alles Punkte, die gegen diesen Job sprechen – und doch will ich nicht zu schell aufgeben, eine Entscheidung aber auch nicht zu lange aufschieben. Ich denke, ich werde am Ende des Monats wissen, was zu tun ist. Ist strecke auf jeden Fall meine Fühler aus und suche nach neuen Ideen.

 

Eines ist jedenfalls klar – den Absprung aus dem schlechtbezahlten Bürojob, den habe ich geschafft und ich bin zuversichtlich, dass mir auch Lösungen für meinen weiteren Weg einfallen werden.

 Ich bin froh, dass ich dies heute schreibe, denn gestern war meine Stimmung eine viel traurigere. Aber eine schlaflose Nacht und das Abwägen von verschiedenen Ideen haben mir heute eine positivere Sichtweise beschert. Never give up – danach lebe ich ich!

Hier schreibt

Irene Wolk - Architektin + Webdesignerin mit WordPress =Wordpress-Architektin!

außerdem Vorleserin von Geschichten, Leiterin von Video-Lernkursen und Autorin des Buches: "Bin ich jetzt schön?"

Kreativ, positiv denkend und dauerhaft lernfähig.


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