Archiv für März 2008

Als Antwort auf mein voriges Posting, der kleinen Geschichte von Anthony de Mello möchte ich euch hier meine Sichtweise dieser Geschichte darstellen. Ich habe gerade in einem Forum über diese Problematik geschrieben und musste es daher auch in meinem Blog festhalten. Die Beiträge im Forum haben mir gezeigt, dass sehr viele Frauen mit dieser Problematik zu kämpfen haben und ich bin froh, damit nicht alleine zu sein. Zeitweise habe ich mich fast für eine Exotin gehalten und dachte, alle anderen wissen, wer sie sind nur ich nicht. Aber es scheint ein Phänomen zu sein, dass gerade Frauen in der Mitte ihres Lebens sich endlich mit sich selbst beschäftigen und sich selbst und ihre Bedürfnisse wieder wichtig nehmen.
Auch für mich ist diese Frage, WER ich bin, schwer zu beantworten, aber auch ich bin auf dem Weg, das herauszufinden. Als ich damit anfing, mehr an MEINE Belange zu denken, mich zu fragen, was ICH eigentlich will, hat das bei meiner Familie erstmal Unbehagen, Unverständnis und wohl auch Wut hervorgerufen. In einem Streit nannte mich mein Mann damals eine UNRUHESTIFTERIN. Er hatte sogar recht, das war ich wohl auch, aber das war die einzige Möglichkeit, den Zustand, der sich über die Jahre eingeschlichen hatte, zu verändern. Ich war sehr provokativ, teilweise sicher auch nervig für meine Lieben, aber anders konnte ich meine Gefühle nicht zum Ausdruck bringen.
Es braucht Zeit, jahrelange Gewohnheiten zu ändern, und so bin ich immer noch auf dem Weg, herauszufinden, wer ich bin und was ich will, was mich zufrieden und glücklich macht. Ich mache nur kleine Fortschritte, und für manche sieht es wohl so aus, als bewege ich mich nicht vorwärts, sondern im Kreis. Aber so ist es nicht – ich kann meine Fortschritte sehen, und ich bin überzeugt, MICH zu finden.
Es war einmal eine Frau, die im Koma lag. So lag sie lange. Doch dann erschien es ihr, als sei sie schon tot, als wäre sie im Himmel und stände nun vor einem Richterstuhl.
“Wer bist du?” fragte eine Stimme.
“Ich bin die Frau des Bürgermeisters” antwortete die Frau.
“Ich habe nicht gefragt, wessen Ehefrau du bist, sondern, wer du bist.”
“Ich bin die Mutter von vier Kindern.”
“Ich habe nicht gefragt, wessen Mutter du bist, sondern wer du bist.”
“Ich bin eine Lehrerin.”
“Ich habe auch nicht nach deinem Beruf gefragt, sondern wer du bist.”
“Ich bin Christin.”
“Ich habe nicht nach deiner Religion gefragt, sondern wer du bist.”
Und so ging es immer weiter. Alles, was die Frau erwiderte, schien keine befriedigende Antwort auf die Frage “Wer bist du?” zu sein.
Irgendwann erwachte die Frau aus ihrem Koma und wurde wieder gesund. Sie beschloss nun herauszufinden, wer sie war.
Und darin lag der ganze Unterschied.
(nacherzählt nach Anthony de Mello, gefunden in:
Gelassenwerden. – Herder, 1996)
Ich bin jemand, der sich immer ganz feste Termine setzen muss. Nur dann habe ich eine Orientierung und kann gezielt darauf hinarbeiten. Also habe ich mir nun bis zum Ende des Monats einige Zielvorgaben gemacht und arbeite nun kontinuierlich darauf hin.
Ich werde meine Steuererklärung für 2007 fertigstellen
Ich werde mir eine berufliche Website erstellen – mit den Fachrichtungen Architektur und Webdesign
Ich arbeite mich in ein neues System zur Webseitenerstellung (CMS) ein und werde damit meine erste Testseite erstellen
Ich werde meinen Haushalt kontinuierlich “entrümpeln” und mich so von unnötigem Ballast trennen (das wird länger dauern und kommt immer wieder auf meine monatliche Liste)
Gerade das Entrümpeln ist mir so wichtig, dass es auf diese Liste muss, denn ich kann viel entspannter arbeiten, wenn ich weiß, dass mein Umfeld in Ordnung ist. Das heist nun nicht, dass ich hier im Chaos lebe, aber es sammelt sich halt mit der Zeit doch viel Zeug an. Da wir ein großes Haus haben, wird immer sehr viel erstmal aufgehoben, im Keller oder auf dem Dachboden verstaut und dann nie wieder angerührt. Ich merke in letzter Zeit immer mehr, wie sehr mich diese vollen Räume belasten. Leider habe ich mit meinem Mann den typischen Jäger und Sammler an meiner Seite – da wird jedes Aufräumen und Ausmisten zur Grundsatzdiskussion. Naja, ich fange mal bei meinem Zeugs an und dann schaun wir mal, wie weit ich komme.
Irene aus dem Pro-age-Forum hatte eine wunderschöne Visualisierung zur Thematik, wie Frauen mit Veränderungen umgehen und wie sie ihre Stärken erkennen und diese nutzen.
Frauen suchen ihren LEUCHTTURM, der ihnen mit seinem Licht immer den Weg weist, egal wie sehr sie vielleicht gerade im Dunkel oder Nebel umherirren. Das Licht wird angeschaltet vom Blick für das Wesentliche, und der Leuchtturm macht Mut, weil er rundherum Licht spendet und frau so nie im Dunkeln ist. Hat frau den Leuchtturm einmal gefunden, kann sie alles schaffen, denn das Licht ist immer da und begleitet sie. Die Schwierigkeit ist nur, den Leuchtturm zu finden, denn Frauen haben oft Mühe, ihre Stärken zu entdecken, sie trauen sich zu wenig zu und machen sich so kleiner als sie tatsächlich sind.
Gerade Frauen 40plus haben aufgrund ihrer Erziehung oft ein völlig falsches Selbstbild von sich. Aber genau diese Frauen entdecken dann plötzlich, wenn die Kinder aus dem Haus sind, dass sie doch mehr sein könnten als “nur” die Frau an der Seite eines Ehemanns. Aber dann fehlt es am Selbstvertrauen, nochmal was zu wagen, frau fühlt sich zu alt, nochmal was neues zu beginnen und bleibt damit oft unter ihren Möglichkeiten.
Marion vom pro-age-forum will genau solchen Frauen helfen, und ich find ihre Geschäftsidee absolut klasse.
Ab morgen wird ihre erste Webseite online gehen, wer mag, kann sich ja dort man informieren:


